KT AUF EINE BRIEFMARKE

KT AUF EINE BRIEFMARKE

Publiziert am 29. Dezember 16:06 2012/Aktualisiert am 04. Februar 2016 14:46
DIE GEGENWART DER VERGANGENHEIT – DIE VERGANGENHEIT DER GEGENWART

Kategorien: Bild, Geschichte (2011-2016), Geschichte der Wissenschaft, Heute Nr. 1, Heute Nr. 2, Kunst nach 1945, Kunst nach 1990, Kein Plagiat Nr. 1, Kein Plagiat Nr. 2, Medien, Tautologie Nr. 1, Tautologie Nr. 2, Wissenschaft, Wissenschaftliche Prüfung, Jean-Jacques Rousseau, Adam Smith

Schlagwörter: Analyse, Begriff, Wissenschaft, Hermeneutik

Über das Werden der Doktorarbeit Karl-Theodor Frhr. zu Guttenbergs

Vgl. hierzu:

http://de.scribd.com/doc/49975994/Karl-Theodor-Frhr-zu-Guttenberg-Verfassung-und-Verfassungsvertrag-Konstitutionelle-Entwicklungsstufen-in-den-USA-und-der-EU, Vorwort. (Von Georg Elser)

„ …

So pionierhaft sich diesbezüglich der amerikanische Pfad zu gestalten wusste, so eklektisch eigen wurde der europäische beschritten. Letzterer befindet sich wiederkehrend am Scheideweg. Kann man demgemäß und aktuell von Scheitern sprechen? Von einem großen Projekt, das im Angesicht des Hafens noch tragisch Schiffbruch erleidet? Oder vernehmen wir lediglich ein erneutes, wenngleich keuchendes historisches Durchatmen? Zumindest verpasste Europa in den Jahren 2007 und 2008 zum wiederholten Male den Kairos und ließ die notwendige Unbedingtheit des Gestaltungswillen nur schemenhaft erkennen.

Es ist indes müßig zu debattieren, ob es die – letztlich nie eingeräumte – Furcht vor der eigenen Courage oder lähmender Pragmatismus war, der aus einem hart erkämpften Verfassungsvertrag schließlich einen ‚Vertrag von Lissabon‘ werden ließ und selbst diesen in vermeidbare Warteschleifen drängte.

Gleichwohl bildet auch diese Zäsur ein lebendiges wie traditionell paradoxes Beispiel europäischer Verfassungsgeschichte, wonach in jeder noch so brachialen Ablehnung immanent der Fortgang angelegt ist.

Demzufolge hätte die vergleichende Beurteilung zweier Verfassungsprozesse mit einem gewissen Optimismus bei jeder ‚europäischen Krise‘ enden können. Die Betrachtungen und Bezugnahmen dieser (2006 eingereichten) Monographie gehen nunmehr bis in das Jahr 2007 – abgesehen von einigen punktuell aktualisierten Gedanken.

Diese Arbeit entspringt einer ungewöhnlichen Verkettung von Glücksfällen. Oder nach anderem – im obigen Sinne untypischem – Verständnis der vereinzelten Wahrnehmung eines … Kairos‘.

Augenblicken kann man schwer zu Dank verpflichtet sein, den sie gestaltenden Persönlichkeiten jedoch umso mehr. Insbesondere wenn der be- und ergriffene Moment dauerhafte Kräfte zu entfalten wusste.

Ein unerreichtes (nicht lediglich) wissenschaftliches Kraftfeld und die Teilnehmer verpflichtendes Erbe war und ist das nunmehr zu Recht ‚legendär‘ zu nennende ‚Häberle-Seminar‘, das dem von Konrad Hesse geprägtem Vorbild längst weit enteilt ist – ohne den ‚akademischen Enkeln‘ Erinnerungen und Berufungen auf eine Leitfigur der Verfassungslehre zu entwinden. Der Gedanke an die Teilnahme umweht den Verfasser nicht nur während intellektuell dürftigerer Alltagserlebnisse dauerhaft – und erhält wenigstens den Anspruch höchster Qualität eigenen Gemurmels. Von Herzen Danke meinem großen Lehrer Prof. Dr. Dies. mult. h.c. Peter Häberle für Unzähliges, das kein Vorwort angemessen abbilden könnte. In besonderer Verbundenheit danke ich einem weiteren tatsächlich bedeutenden Europäer, Prof. Dr. Rudolf Streinz.

Wie oft wurde der Kairos der Fertigstellung durch freiberufliche wie später parlamentarische ‚Ablenkung‘ versäumt, bevor die Erkenntnis dieses traurigen Faktums einer bemerkenswerten Mischung aus eherner professoraler Geduld (wie Liebenswürdigkeit), sanftem, aber unerbittlichem familiären Druck und wohl auch ein wenig der beklagenswerten Eitelkeit weichen durfte.

Berlin, im Winter 2008                                                Karl-Theodor Frhr. zu Guttenberg

… “

Vgl. hierzu:

http://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Theodor_zu_Guttenberg

Guttenberg studierte von 1992 bis 1999 Rechtswissenschaften an der Universität Bayreuth. 1993 begann er ein Studium der Politikwissenschaft an der Hochschule für Politik München. Das Studium der Rechtswissenschaft schloss er 1999 mit der Ersten Juristische Staatsprüfung ab (Note befriedigend – 6,8 Punkte). Während des Studiums absolvierte er mehrwöchige Praktika in der Sozietät Peltzer & Riesenkampff in Frankfurt am Main und in der Kanzlei Mayer, Brown and Platt in New York.

Im Anschluss begann Guttenberg eine Promotion bei Peter Häberle. Er verfasste eine Dissertation mit dem Titel Verfassung und Verfassungsvertrag. Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU. Rudolf Streinz war als Zweitgutachter tätig. Die Dissertation wurde 2006 durch die Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Bayreuth angenommen. Am 27. Februar 2007 bestand Guttenberg die mündliche Doktorprüfung und erhielt die Gesamtnote summa cum laude. Auf Antrag durfte er ab 7. Mai 2007 den Grad eines Doktors der Rechte vorläufig führen, nach Abgabe der Pflichtexemplare ab dem 28. Januar 2009 unbefristet. Nachdem im Februar 2011 gegen Guttenberg Plagiatsvorwürfe im Zusammenhang mit der Dissertation erhoben worden waren, bat dieser am 21. Februar 2011 die Universität Bayreuth um Rücknahme des Doktor-Titels. Nach einer weiteren eigenen Prüfung erkannte die Universität den Titel am 23. Februar 2011 ab.

vvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvv

Advertisements